Die Kampfgruppen der Arbeiterklasse
von Tilmann Siebeneichner[1]
Unter den bewaffneten Organen der DDR bildeten die Kampfgruppen der Arbeiterklasse zweifellos eine Besonderheit. Denn anders als etwa die Nationalen Volksarmee (NVA) oder die Deutschen Volkspolizei (DVP) war das „unmittelbar bewaffnete Organ der Arbeiterklasse“ – so eine in der DDR häufig synonym verwendete Bezeichnung – keiner staatlichen Institution zugeordnet, sondern unterstand direkt der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), und anders als etwa Armee oder Polizei war sein Zweck weniger ein militärischer denn ein politischer.[2]
Die Bezeichnung „unmittelbar bewaffnetes Organ der Arbeiterklasse“ verwies auf eine wichtige historische Lehre und zeigt, in welchem Maße die Kampfgruppen nicht nur ein Repressionsorgan der DDR-Machthaber war, sondern auch ein wichtiges Instrument der SED-Geschichtspolitik: Nur eine Arbeiterklasse, die im Kampf um ihre politischen Interessen auch vor dem Einsatz militärischer Gewalt nicht zurückschreckte, könne darauf hoffen, im Kampf gegen den Klassenfeind zu bestehen, gab die SED vor und verwies in diesem Zusammenhang zumeist auf die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen im Gefolge der Novemberrevolution und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.[3] Wenn aber, wie im Falle des „Arbeiter-und-Bauer-Staates“ in der DDR, die Klasse bereits im Besitz aller staatlichen Mittel war, um ihre politischen Interessen konsequent durchsetzen zu können, gegen wen wollte sie dann noch militärisch vorgehen?
Die „Verstaatlichung der Arbeiterbewegung“ legitimierte sich seit 1949 mit der Behauptung, dass in der DDR die politische Souveränität in die Händen der Arbeiterklasse übergegangen sei.[4] Tatsächlich war die „Diktatur des Proletariats“ in der Praxis aber eine Diktatur der Partei, wie der Aufstand vom 17. Juni 1953 zeigte, der in vielerlei Hinsicht ein Aufstand der Klasse gegen ihre politische Führung war.[5] So sehr die SED bestrebt war, den breiten gesellschaftlichen Protest als „konterrevolutionär“ und „faschistisch“ zu diffamieren, so sehr war sie zugleich darum bemüht, die in seiner Folge entstandenen Kampfgruppen nicht als gegen die eigene Klasse – sprich: Bevölkerung – gerichtete Parteimiliz erkennbar werden zu lassen. Aus diesem Grund wurde das offizielle Gründungsdatum der Kampfgruppen stets auf den September 1953 datiert. Zudem waren nicht nur SED-Angehörige aufgefordert, sich den Kampfgruppen anzuschließen, sondern auch parteilose Werktätige. Sie sollten allerdings nicht mehr als ein Drittel ausmachen, um den Einfluss der SED auf das „unmittelbar bewaffnete Organ der Arbeiterklasse“ nicht zu gefährden.
Aufbau, Ausbildung und erster Einsatz
Unter diesen Vorzeichen dienten die Kampfgruppen in erster Linie der gesellschaftlichen Militarisierung im „Arbeiter-und-Bauern-Staat“:[6] Alle werktätigen Männer zwischen 26 und 55 Jahren waren aufgefordert, sich im Gebrauch militärischer Waffen und Einsatzgrundsätze zu schulen. Auch Frauen sollten sich den Kampfgruppen anschließen. Allerdings bildeten sie mit ca. 3.000 Mitgliedern stets eine Minderheit unter den insgesamt etwa 200.000 Kämpfern, wie die Angehörigen der Miliz im Volksmund genannt wurden. Überdies war ihre Funktion auf die von Sanitäterinnen beschränkt, Waffen tragen durften sie nicht. Kampfgruppen sollten in allen Volkseigenen Betrieben (VEBs), Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) und Maschinen-Traktoren-Stationen (MTS) gebildet werden; auch an den Universitäten kam es zur Gründung von Kampfgruppen.
Die Ausbildung, die zunächst den einzelnen Betrieben bzw. den dort agierenden Gliederungen der SED überlassen worden war und einen weitgehend improvisierten Charakter trug, wurde 1955 der DVP übertragen. Fortan waren sogenannte „Instrukteure“ der Polizei für eine einheitliche und systematische Ausbildung verantwortlich, von denen die Kämpfer auch ihre Waffen erhielten. Dass die Kampfgruppen über ihre Waffen nicht selbst verfügen konnten, diese hingegen in den lokalen Volkspolizeikreisämtern verwahrt wurden, zeigt, in welchem Maße die SED dem „unmittelbar bewaffneten Organ der Arbeiterklasse“ misstraute und war in den Reihen der Kampfgruppen immer wieder Anlass für Missstimmung und Kritik. Erste Auswertungen der Instrukteure erbrachten, dass sich nur etwa ein Drittel aller Kämpfer regelmäßig an der Ausbildung beteiligten; ein weiteres Drittel erschien so gut wie gar nicht, während das übrigen Drittel hin und wieder am Ausbildungsprogramm teilnahm. Zudem seien die meisten Kämpfer bloß an Schießübungen und „Kriegsspielerei“ interessiert, während sie es mit Disziplin und Politik – jeder Einheit gehörte auch ein Polit-Stellvertreter an, der für die ideologische Ausbildung verantwortlich war – nicht so genau nahmen, monierte die DVP. Tatsächlich war es vorgekommen, dass Kämpfer nur dann zur Ausbildung erschienen, wenn Schießübungen auf dem Programm standen, andere Ausbildungsinhalte hingegen konsequent ignorierten.
So wichtig die Einbettung der Kampgruppen in die betriebliche Lebenswelt war, um die von der SED beabsichtigte soziale Militarisierung voranzubringen, so sehr offenbarte sie die vielen Widersprüche, die der Gründung des „unmittelbar bewaffneten Organs der Arbeiterklasse“ zugrunde lagen. Der geringe Zuspruch zur Ausbildung war nicht unbedingt als Ausdruck grundsätzlicher Ablehnung zu lesen; vielfach erwies sich die praktische Vereinbarkeit von Ausbildung und Arbeit als unmöglich, so dass mit der Einführung der 5-Tage-Woche im Jahre 1966 dazu übergegangen wurde, das Training quartalsmäßig in Form sogenannter Wochenend-Ausbildungen durchzuführen. Immer wieder sahen sich Arbeiter, die sich in den Kampfgruppen engagierten, dem Vorwurf ausgesetzt, recht eigentlich bloß zu faul zum Arbeiten zu seien. Kam in derlei Vorwürfen der hohe Stellenwert der Produktion in der „arbeiterlichen“ Gesellschaft der DDR zum Ausdruck, konnte die Bezugnahme auf sie auch dazu genutzt werden, sich vor als Zumutungen empfundenen Verpflichtungen zu drücken.[7] Umgekehrt legten die Berichte der DVP nahe, dass es sich bei den wenigsten Kämpfern um „klassenbewusste“ und loyale SED-Anhänger handelte. Das Desinteresse an Disziplin und Politik wie auch die Vorliebe für Schießübungen und Geländespiele blieben jedenfalls ein Dauerproblem innerhalb des „unmittelbar bewaffneten Organs der Arbeiterklasse“.
Der erste – und einzige – Einsatz der Kampfgruppen im Zuge der Absperrungsmaßnahmen, die im August 1961 schließlich zum Bau der Berliner Mauer führen sollte, hatte gezeigt, dass es mit der Einsatzbereitschaft des „unmittelbar bewaffneten Organs der Arbeiterklasse“ nicht weit her war. Das Bild von vier mit Maschinenpistolen bewaffneten und vor dem Brandenburger Tor postierten Kämpfern – die „menschliche Mauer“ – avancierte zu einer visuellen Ikone des Mauerbaus und war ein propagandistischer Schachzug der SED, der aller Welt signalisieren sollte, die Bevölkerung der DDR stünde geschlossen hinter der Grenzabriegelung und sei selbst zur Tat geschritten, um ihre sozialistische Heimat zu schützen.[8] Tatsächlich hatte schon die Alarmierung der Kampfgruppen viel länger gedauert als vorgesehen; im Einsatz fielen Kämpfer durch fahrlässigen Schusswaffengebrauch auf und verletzten sich teilweise gegenseitig oder nutzten den Einsatz ihrerseits zur Flucht in den Westen. Dass die an der Grenze zum Einsatz gebrachten Einheiten schon nach wenigen Tagen wieder abgezogen wurden, lag aber auch daran, dass sich in den Betrieben, aus denen sie stammten, lautstarker Protest regte. Wieder wurde vorgebracht, dass die Abkommandierung von Betriebsangehörigen im Rahmen der „Aktion Rose“ die ordnungsgemäße Produktion gefährden würde. Auch wenn Walter Ulbricht persönlich den Kämpfern im Rahmen eines aufwändigen „Kampfappells“ für ihren Einsatz dankte, war m August 1961 deutlich geworden, dass die Kampfgruppen zwar zu einer propagandistischen Inszenierung geeignet waren, ihr militärischer Einsatzwert sich jedoch in Grenzen hielt.
Die Kampfgruppen in der „heilen Welt“ des realen Sozialismus
Mit dem Machtwechsel von Walter Ulbricht zu Erich Honecker erfuhren die Kampfgruppen dann auch eine grundlegende Reform, die sich über zwei Jahre hinziehen sollte und die neben den militärischen Aspekten auch eine soziale Aufwertung des Kampfgruppen-Dienstes beabsichtigte. Fortan erhielten Kämpfer, die mehr als 20 Jahre in der Miliz gedient hatten, eine Zusatz-Rente von bis zu 100,- Mark. Stärker denn je wurden nun die „revolutionären Traditionen“ des „unmittelbar bewaffneten Organs der Arbeiterklasse“ betont und die Kampfgruppen-Angehörigen als ihre würdigen und verdienstvollen Erben präsentiert. Im betrieblichen Umfeld fragte man sich jedoch eher, ob sich die SED die Treue ihrer Kämpfer nun schon mit Geld erkaufen müsse.
Mit den revolutionären Vorbildern des „unmittelbar bewaffneten Organs der Arbeiterklasse“ hatten die Kampfgruppen jedenfalls immer weniger gemeinsam. Mehr denn je verwandelte sich die Miliz ab den 1970er Jahren in eine quasi-militärische Formation. Die Kampfgruppen erhielten Schützenpanzer und Flugabwehrgeschütze. Hatte bis in die 1960er Jahre hinein die Bekämpfung von irregulären Truppen im Vordergrund der Ausbildung gestanden, wurden die Kampfgruppen nun sogar in chemischer Kriegführung geschult. Zahlreiche der bis dahin in Hundertschaften organisierten Einheiten wurden in Kampfgruppen-Bataillone zusammengefasst und mit schwerem Gerät ausgestattet. Zusätzlich zu der bereits seit 1957 existierenden Zentralschule für Kampfgruppen in Schmerwitz wurde 1974 in Gera eine Schule für Zug- und Gruppenführer in Betrieb genommen. Die Kampfgruppen wurden in die territoriale Landesverteidigung integriert und ausgewählte Einheiten nahmen sogar am Großmanöver „Waffenbrüderschaft“ teil, an dem sich im September 1980 insgesamt 40.000 Soldaten Nationalen Volksarmee der DDR, der Sowjetarmee, der polnischen Volksarmee, der tschechoslowakischen Volksarmee, der rumänischen Volksarmee, der ungarischen Volksarmee und der bulgarischen Volksarmee beteiligten. Da lag es nahe, dass sich viele Kämpfer eher mit Angehörigen konventioneller Streitkräfte verglichen als mit den Aktivisten des Roten Frontkämpferbundes oder der Internationalen Brigaden des Spanischen Bürgerkrieges.
In der Ära der „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“, in der die DDR ihre eigene Moderne erlebte, erschien der fortwährende Appell an die „revolutionären Traditionen“ der Arbeiterklasse, die sich in den Kampfgruppen verkörperten, zunehmend unzeitgemäß. Bescheidener Wohlstand und ein vielschichtiges Netz an sozialen Absicherungen hatten in der „heilen Welt“ des real existierenden Sozialismus dazu geführt, dass immer mehr DDR-Bürger sich mit ihrem Staat zu identifizieren begannen – nicht unbedingt jedoch mit „der Partei“.[9] Staat und SED, Bevölkerung und politische Führung – das war bis in den Herbst 1989 hinein stets synonym verstanden worden. Die Partei repräsentierte und exekutierte den Willen der Massen und das Instrument dazu war der Staat, so wollte es die sozialistische Staatstheorie. „Wir sind das Volk“, der Slogan der friedlichen Revolution, nahm in den Anfangswochen der Wende auf genau dieses Postulat Bezug – und stellte es radikal infrage, indem er die Souveränität der Bevölkerung zusprach und nicht allein der politischen Führung.
Die zeigte sich jedoch keineswegs gewillt, ihre uneingeschränkte Macht aufzugeben, sondern suchte zunächst die Konfrontation mit den Demonstranten, die in den offiziellen Medien, ganz wie im Juni 1953, als „konterrevolutionäre Elemente“ geschmäht wurden. Die turbulenten Ereignisse in Plauen, Dresden und auch in Berlin zeigen, dass die friedlichen Proteste in ihrem Anfangsstadium leicht in Gewalt umschlagen konnten.[10] Nur mit Härte und Entschlossenheit sei der Sozialismus noch zu retten, hatte Erich Honecker ausgegeben und verschiedene Kampfgruppen-Einheiten mobilisieren lassen. Ab dem 7. Oktober registrierte das MfS jedoch vermehrt Aussagen von Kämpfern, die kundtaten, dass „die Einsätze nicht im Einklang mit den Aufgaben der Kampfgruppen“ stünden, Kampfgruppen-Angehörige „auf solche Einsätze [..] bisher nie orientiert“ wurden und auch nicht als „Knüppelgarde der Partei bzw. des Staates“ herhalten wollten.[11] Zum Schutz von Ruhe und Ordnung in einer zunehmend Züge einer „heilen Welt“ tragenden Gesellschaft beizutragen, dazu waren viele Kampfgruppen-Angehörige durchaus bereit. Als „Knüppelgarde“ einer Partei zu fungieren, die sich mehr und mehr der Realität zu verweigern schien, jedoch nicht: „Viele Kämpfer identifizierten sich mit der Meinung des Volkes auf der Straße, die Ziele der Massen waren insgeheim auch ihre Ziele. [..] Das Feindbild hielt plötzlich einer persönlichen Überprüfung nicht mehr stand. Gewalt war nicht gefragt“, fasste ein Leipziger Kampfgruppen-Angehöriger im Nachhinein die Stimmung in seiner Einheit zusammen.[12]
Fazit
So wie die Partei im Zuge der immer weiter anschwellenden gesellschaftlichen Proteste praktisch implodierte, implodierte auch seine militante Repräsentation. Schon auf dem außerordentlichen Parteitag der SED im Dezember 1989, auf dem faktisch die Auflösung der SED und ihre Überführung in eine neue Partei, die Partei des Deutschen Sozialismus (PDS), vollzogen wurde, war auch die Auflösung Kampfgruppen beschlossen worden. „Wir kamen zu der Einschätzung, dass die Existenz der Kampfgruppen der Arbeiterklasse in ihrer jetzigen Form von der Geschichte überholt ist“, wurde auch innerhalb des „unmittelbar bewaffneten Organs der Arbeiterklasse“ zum Ausdruck gebracht: „Es kann nicht sein, dass unter gleichberechtigten Parteien nur eine über bewaffnete Kräfte verfügt. Noch weniger ist wünschenswert, dass alle Parteien bewaffnete Milizen aufstellen.“[13]
Aus einer staatlichen Perspektive waren die Kampfgruppen von Anfang an überflüssig gewesen. Für die Sicherheit im Inneren und nach Außen gab es Polizei und Armee. Ihre Existenz war hingegen Ausdruck eines historischen Politikverständnisses, dessen Kern Carl Schmitts berühmt-berüchtigte Unterscheidung von „Freund“ und „Feind“ bildete und das im Bürgerkrieg, so wie er in den 1920er und 1930er Jahren in vielen europäischen Ländern Realität gewesen war, die ultimative Form politischer Auseinandersetzung sah.[14] Viele führende SED-Mitglieder wie Erich Honecker oder Erich Mielke, der selbst im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft hatte, hatten in dieser Zeit ihre politische Sozialisation erfahren. Die Rhetorik, die sie im Herbst 1989 anschlugen, zeigt, dass sie dieser Überzeugung immer treu blieben.[15] „Ich glaube, Gefahren lauern nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren“, hatte KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow auf dem Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR im Oktober 1989 in Berlin bekundet – der zugleich der Höhepunkt gewalttätiger Übergriffe von Seiten der Sicherheitskräfte gewesen war – und damit für ein Politikverständnis geworben, das von Dialog und Kompromissbereitschaft geprägt war und nicht länger davon, dass „Parteien bewaffnete Milizen aufstellen“, wie es ehemalige Kämpfer formuliert hatten. Dass der sowjetische Generalsekretär mit seinen Worten der DDR-Bevölkerung weit mehr aus der Seele sprach als jedes führende SED-Mitglied zeigt sich nicht zuletzt in deren schneller und fast geräuschloser Demobilisierung, die ganz ohne Fanfaren und gesellschaftliche Appelle vollzogen wurde. Während NVA und DVP – und sogar das MfS – weiterhin Stoff für zum Teil kontrovers diskutierte Filme und Fernsehserien bilden, ist das „unmittelbar bewaffnete Organ der Arbeiterklasse“ über 30 Jahre nach dem Ende der DDR aus dem kollektiven Gedächtnis der deutschen Gesellschaft weitestgehend verschwunden.
[1]Wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZZF Potsdam
[2]Vgl. dazu im Detail Tilmann Siebeneichner, Proletarischer Mythos und realer Sozialismus. Die Kampfgruppen der Arbeiterklasse in der DDR, Köln/Weimar/Wien 2014; alle spezifischen Angaben, Zahlen und Fakten zu den Kampfgruppen im folgenden Text sind, so weit nicht anders angegeben, dieser Untersuchung entnommen.
[3]Vgl. dazu etwa Publikationen wie Gustav Giesemann, Damals in Eisleben. Hrsg. von der Abteilung Agitation und Propaganda beim ZK der SED, Berlin (O) 1956; Otto Gotsche, Unser gemeinsamer Kampf in der Antifaschistischen Arbeitergruppe Mitteldeutschlands, in: Vereint sind wir alles. Erinnerungen an die Gründung der SED. Hrsg. vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED, Berlin (O) 1966, S.394-414 sowie die Untersuchung von Martin Sabrow, Geschichtskultur und Herrschaftslegitimation. Der Fall DDR, in: ders. (Hg.), Verwaltete Vergangenheit. Geschichtskultur und Herrschaftslegitimation in der DDR, Leipzig 1997, S.7-18.
[4]Christoph Kleßmann, Die „verstaatlichte Arbeiterbewegung“. Überlegungen zur Sozialgeschichte der Arbeiterschaft in der DDR, in: Karsten Rudolph/Christl Wickert (Hg.), Geschichte als Möglichkeit. Über die Chancen von Demokratie, Essen 1995, S.108-119.
[5]Zur Geschichte des Aufstandes vom 17. Juni 1953 vgl. Karl Wilhelm Fricke/Ilse Spittmann (Hg.), 17. Juni 1953. Arbeiteraufstand in der DDR, Köln 1982; Hermann Rupieper (Hg.), „…und das Wichtigste ist doch die Einheit!“ Der 17. Juni 1953 in den Bezirken Halle und Magdeburg, Münster/Hamburg/London 2003.
[6]Vgl. dazu Lutz Niethammer, Die SED und ,ihre‘ Menschen. Versuch über das Verhältnis zwischen Partei und Bevölkerung als bestimmendes Moment innerer Staatssicherheit, in: Siegfried Suckut/Walter Süß (Hg.), Staatspartei als Staatssicherheit. Zum Verhältnis von SED und MfS, Berlin 1997, S.307-340.
[7]Vgl. Wolfgang Engler, Die Ostdeutschen. Kunde von einem verlorenen Land, Berlin 1999; zur Geschichte sozialer Konfliktaustragung im „Arbeiter-und-Bauern-Staat“ vgl. auch Alf Lüdtke, Helden der Arbeit – Mühen beim Arbeiten. Zur missmutigen Loyalität von Industriearbeitern in der DDR, in: Hartmut Kaelble/Jürgen Kocka/Hartmut Zwahr (Hg.), Sozialgeschichte der DDR, Stuttgart 1994, S.188-213.
[8]Elena Demke, „Sprung in die Freiheit“ versus „Menschliche Mauer“ – Foto-Ikonen zum Mauerbau aus West und Ost. Anregungen zur Bildinterpretation im Geschichtsunterricht, in: Henning Schluß (Hg.), Der Mauerbau im DDR-Unterricht, Grünwald 2005, S.1-18; zum Mauerbau vgl. Hans-Hermann Hertle/Konrad H. Jarausch/Christoph Kleßmann (Hg.), Mauerbau und Mauerfall. Ursachen –Verlauf – Auswirkungen, Berlin 2002.
[9]Stefan Wolle, Die heile Welt der Diktatur. Alltag und Herrschaft in der DDR 1971-1989, Bonn 1999 sowie Katherine Pence/Paul Betts (Hg.), Socialist Modern: East German Everyday Culture and Politics, Ann Arbor 2008.
[10]Vgl. dazu Martin Sabrow (Hg.), 1989 und die Rolle der Gewalt, Göttingen 2012.
[11]Bericht über das Verhalten von Angehörigen der Kampfgruppen der Arbeiterklasse im Zusammenhang mit den aus aktuellen Anlässen realisierten Sicherungseinsätzen vom 20.10.1989, BStU, AS Magdeburg, BV Magdeburg AKG, Nr.399, Bl.595.
[12] Eingabe vom 28.10.1989 (Leipzig), SAPMO-BArch., DY 30/1077, Bl.107.
[13]Eingabe vom 16.11.1989 (Engelsdorf), SAPMO-BArch., DY 30/1077, Bl.270.
[14]Vgl. dazu Enzo Traverso, Im Bann der Gewalt. Der europäische Bürgerkrieg 1914-1945, München 2008.
[15]Vgl. Catherine Epstein, The Last Revolutionaries. German Communists and Their Century, Cambridge/Mass. 2003.