Jederzeit gefechtsbereit.
Die bewaffneten Organe der DDR
Editorial H-und-G.info 1/26
Von Christian Booß und Martin Böttger
Bei Besuchen in Ostberlin vor der Maueröffnung fiel die relativ hohe Zahl an Uniformierten aller Art auf. Das war so, ob man nun dort wohnte oder aus dem benachbarten Westberlin zu Besuch kam. Der Blick in die Statistik zeigt, dass die Nationale Volksarmee personell kleiner war als die Bundeswehr, die mobilisierungsfähigen Kapazitäten aller bewaffneten Organe und der Wehretat bezogen auf die Bevölkerungszahl aber deutlich größer waren.
Als wir das Thema ins Auge fassten, war noch nicht klar, dass aktuell so viel über Aufrüstung diskutiert und entschieden werden würde. Der russische Krieg gegen die Ukraine schien noch ein regionales Ereignis. Jetzt, während „Kriegsbereitschaft“ gefordert wird, stellt sich die Frage, wie Träger des staatlichen Gewaltmonopols verfasst sein sollten, damit sie nicht für imperiale und repressive Ziele missbraucht werden können.
Das Motiv, sich diesem Thema zu nähern, war eher ein innenpolitisches: Wie wirkte sich eine derart starke Militarisierung auf die Gesellschaft aus und prägte Mentalitäten, womöglich bis heute?
Der Militarisierungsgrad der DDR-Gesellschaft hatte einerseits durchaus rational nachvollziehbare Gründe. Die DDR und Ostberlin befanden sich an der Nahtstelle zweier Systeme, die sich aus Sicht des Ostens ideologisch in einer Klassenkonfrontation befanden. Da Deutschland die Sowjetunion 1941 überfallen hatte und die USA zuerst in der Welt eine Atombombe eingesetzt hatten, war diese Grenzlinie heiß und sollte um jeden Preis verteidigt werden. Auch wenn ihre Interessen und Verhaltensweisen nicht identisch waren, wie wir heute aus Quellen wissen, zogen die meisten Ostblockstaaten, die durch den zweiten Weltkrieg in den Einflussbereich der Sowjetunion gekommen waren, hierbei an einem Strang. Gerade der DDR, einem Gebilde von Moskaus Gnaden, blieb ohnehin keine Wahl. Die Aufrüstung der DDR, verdeckt schon ab Anfang der 1950er Jahre , war immer stark sowjetisch geprägt, die Nationale Volksarmee in die Planungen des östlichen Militarbündnisses Warschauer Pakt eingebaut. Auch andere bewaffnete Formationen in der DDR wie die der Polizei und der Stasi hätten im Kriegsfall Funktionen der sowjetischen Planungen wahrnehmen müssen. Teilweise sollten sie innere Unruhen unterbinden, teilweise leichtere militärische Aufgaben erfüllen. Dem Schutz nach außen dienten auch die ca. 500.000 Soldaten der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte, die in der DDR stationiert waren. Die Westgruppe hatte, wie der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 belegt, potentiell auch die Funktion, das kommunistische System nach innen zu schützen.
Zusammen mit den sowjetischen Soldaten und den paramilitärischen Institutionen dürfte die DDR Schauplatz einer der höchsten Truppenkonzentrationen der Welt überhaupt gewesen sein. Der prozentuale Anteil des Wehretats am Bruttosozialprodukt war mit acht Prozent rund doppelt so hoch wie in Frankreich oder Großbritannien. Dies war auch ein Grund für den wirtschaftlichen Niedergang der DDR. Wenn auch die absolute Zahl der Armeeangehörigen mit 180.000 relativ niedrig erscheint, konnte sich die DDR auf zahlreiche verdeckte paramilitärische Kräfte stützen. Das bekannteste Beispiel waren die 210.000 Mitglieder zählenden Kampfgruppen in den Betrieben. DDR-spezifisch im Vergleich zur Bundesrepublik war auch die intensive vormilitärische Ausbildung in der Schule und in gesellschaftlichen Organisationen, die eine zügige und problemlose Rekrutierung erlauben sollte. Etwa jeder zehnte erwachsene Erwerbstätige soll in die militärische Landesverteidigung einbezogen gewesen sein.
Seit der Aktenöffnung nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems ist der militärische Komplex der DDR im Wesentlichen erforscht, auch wenn es nach wie vor weiße Flecken gibt. Die Verhaltensweisen der bewaffneten Organe in der Revolution 1989 wäre einen eigenen Schwerpunkt wert. Alle sollten sie gegen die Demonstranten eingesetzt werden und kamen auch teilweise zum Einsatz. Doch die Kampfgruppen zerfielen, die Armee war nicht mehr verlässlich, die Polizei fraternisierte schließlich in Sicherheitspartnerschaften mit lokalen Bürgerinitiativen. Die Stasi machte heimlich weiter, bis sie von den Ereignissen überrollt wurde.
Weniger im Blick und auch ungleich schwieriger zu ergründen ist die Frage, was die starke Militarisierung mit den Menschen in der DDR machte. Die vormilitärische Erziehung begann schon in der Vorschule. Die überwiegende Mehrheit hat eine „Karriere“ von den Jungen Pionieren bis zur FDJ durchlaufen. Die blau-weiss-roten Uniformen der Kinder- und Jugendorganisationen hatten ihr Vorbild zwar in der bündischen Jugend der Weimarer Republik, diese war aber selbst schon durch eine stärkere Uniformierung der damaligen Jugendbewegung geprägt. Fahnenappelle prägten den Alltag aller Schülerinnen und Schüler; für die Älteren kamen Wehrlager hinzu. Normale „Werktätige“ wurden in die Kampfgruppen gedrängt und wie Reservisten zu regelmäßigen Übungen rekrutiert. Bei Aufmärschen demonstrierte man abschreckend Martialisches und gab sich gleichzeitig volkstümlich. Tückisch waren die Verlockungen der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), wo für Jugendliche attraktive Freizeitangebote wie Segelfliegen und Motorradfahren mit Übungen an der Waffe verquickt wurden.
Vermutlich wirkte das nicht eindimensional. Der Drill provozierte Gegenreaktionen. Belegt sind subkulturelle Strömungen, wie die EK-Bewegung (Bewegung der Entlassungskandidaten, also der Angehörigen des jeweils letzten Diensthalbjahres von Wehrpflichtigen in der NVA) mit eigenen Sprachcodes. Auch die stärkere Inanspruchnahme der Gesellschaft, insbesondere der Frauen, provozierte Widerspruch. Die staatsunabhängige Friedensbewegung war eine der ältesten und größten eigenständigen Strömungen in der DDR. Wie viel verband sie mit denen, die zur Armee gingen, und wie viel trennte sie von ihnen? Die NVA definierte sich als Friedensarmee. Allerdings unter dem Motto: „Der Friede muss bewaffnet sein“. Durch die Aktenöffnung wurde bekannt, dass die SED 1968 die NVA gerne mit in die ČSSR hätte einmarschieren lassen, wenn die Sowjetunion dies nicht wegen der Erinnerung an 1938 unterbunden hätte. Und 1980 gehörte die SED wiederum zu den Scharfmachern, die in Polen der Opposition mit militärischen Mitteln den Garaus machen wollten. Die Symbolik nach außen war eine andere. Auf dem Höhepunkt der Raketenstationierungsdebatte der 1980er Jahre veranstaltete die DDR auch ganz offiziell Friedensdemonstrationen - zwar einseitig Kritik am Westen übend, aber doch mit der Friedenstaube von Picasso als Emblem. Beim sogenannten Olof-Palme-Friedensmarsch 1987 liefen sogar Mitglieder der unabhängigen Gruppen mit, und man ließ sie gewähren. Was dies alles in den Köpfen anrichtete, muss zum großen Teil offen bleiben - vorerst zumindest.
Festzuhalten ist: In den offiziellen Institutionen und Organisationen gab es eine Tendenz zur Uniformierung und Kasernierung im umfassenden Sinne. Dazu gehörte nicht nur die vorgeschriebene Kleidung, sondern auch ein uniformes Verhalten, das auf Befehl und Gehorsam beruhte sowie auf der entsprechenden Ideologie, die auf die Verteidigung des Sozialismus und die Verteufelung des „imperialistischen Feindes“ zielte.
Kaum untersucht ist, was Michel Foucault als den Disziplinierungsprozess, dem die Menschen seit der frühen Neuzeit unterworfen sind, bezeichnet hat - nicht unbedingt mit der Peitsche eingebläut, sondern unbewusst durch Unterwerfung unter die Praxis moderner Arbeits- und Verwaltungsprozesse sowie Herrschaftspraktiken. Körper, Geist und Seele verändern sich dadurch, ohne dass es immer beabsichtigt oder gar bemerkt wird. Macht durchdringt Geist und Körper.
„In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist der Soldat etwas geworden, was man fabriziert. Aus einem formlosen Teig, aus einem untauglichen Körper macht man die Maschine, deren man bedarf; Schritt für Schritt hat man die Haltungen zurechtgerichtet, bis ein kalkulierter Zwang jeden Körperteil durchzieht und bemeistert, den gesamten Körper zusammenhält und verfügbar macht und sich insgeheim bis in die Automatik der Gewohnheiten durchsetzt. ... man gewöhnt die Rekruten daran, den Kopf gerade und hoch zu halten. ... man wird ihn ebenfalls lehren ... unbeweglich zu bleiben und auf den Befehl zu warten, ohne den Kopf, die Hände oder Füße zu rühren ... und schließlich mit festem Schritt zu marschieren. ... diese Methoden, welche die peinliche Kontrolle der Körpertätigkeiten und die dauerhafte Unterwerfung ihrer Kräfte ermöglichen und die gelehrig/nützlich machen, kann man die „Disziplinen“ nennen.“[1]
Unterstellt, dass die Unterwerfung großer Bevölkerungsteile unter die Militarisierung analog auf die DDR-Bürger wirkte, so stellt sich die Frage nach den langfristigen Folgen. Da auch gesellschaftliche Institutionen wie Schulen, Universitäten und andere Ausbildungseinrichtungen nach dem Muster aufgebautwaren, dass grundsätzlich Folgsamkeit erwartet wurde und selbst von vormilitaerischen Elementen durchzogen waren , kann man davon ausgehen, dass sich beide Bereiche trefflich ergänzten und so ihre Wirkung gegenseitig verstärkten.
Mit Ausnahme des 17. Juni 1953 war in der DDR bis zu deren Ende kein nennenswerter Volkswiderstand zu verzeichnen. Zur Friedlichen Revolution von 1989 wird heute hervorgehoben, dass damals nur eine Minderheit aktiv teilnahm. Die Disziplinierung, die etwas anderes ist als Repression, könnte eine der Ursachen für dieses zurückgenommene Verhalten sein.
Der Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe von H-und-G gliedert sich in mehrere Teile:
Teil1 beschäftigt sich mit der Entstehung und Geschichte des klassischen bewaffneten Organs, der NVA. Teil 2 widmet sich anderen Institutionen, die zu den bewaffneten Organen gehörten oder diese wie die GST unterstützten. Teil 3 hat einzelne Fragestellungen und Themen der meist jüngeren Forschung zum Inhalt. Teil 4 ist den Sowjetsoldaten gewidmet, die als Teil der Antihitlerkoalition einmarschierten und blieben und ohne die die DDR nie existiert hätte. Wir freuen uns, dass wir für ein Gespräch über das Ende der NVA den letzten Verteidigungsminister der DDR, der sich flugs Abrüstungsminister nannte, gewinnen konnten: Rainer Eppelmann. Teil 6 ist denen gewidmet, die die radikale Abrüstung der DDR vorbereitet haben - der unabhängigen Friedensbewegung. Als Erinnerungen an ihre Zeit mit den bewaffneten Organen erreichten uns außerdem einige Einsendungen, die die damaligen Bedingungen sehr anschaulich machen. Wie immer gibt es auch diesmal wieder einige Rezensionen und verstreute Themen, die von Interesse sein könnten.
Zu den Artikeln
Die Artikel sollen einige Grundzüge der bewaffneten Organe - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - abbilden. Manche überlappen sich inhaltlich. Wir haben das so belassen, um unterschiedliche Sichtweisen und den jeweiligen Charakter der Texte zu erhalten. So bleibt es den Leserinnen und Lesern überlassen, ob sie vertiefend weitere Texte lesen möchten.
Die ersten Texte geben einen Überblick v. a. über die NVA. Sie war die wichtigste Verteidigungsinstitution, wenn auch keineswegs die einzige. Sie war auch, wie sich im Herbst 1989 zeigte, potentiell nach innen gegen das eigene Volk einsetzbar. Rüdiger Wenzke verweist auf 2,5 Millionen Männer, die die Armee durchliefen - bezogen auf die Zahl der wehrfähigen Männer eines 16-Millionen-Volkes ein hoher Prozentsatz. Stefan Wolle macht jenseits der Traditionen, die die NVA prägten, als ehemals „Gedienter“ auch die Binnensicht der Rekruten deutlich. Der „antifaschistische“ Staat war anfangs auf ehemalige Wehrmachtsoffiziere angewiesen und zwar keineswegs nur auf den bekannten Vincenz Müller (Manfred Zeidler). Manche sowjetischen Funktionäre spotteten, die DDR sei nur ein Homunkulus der Sowjetunion. Dies galt umso mehr für die Armee, die in die Verteidigungsstrategie des östlichen Militärbündnisses Warschauer Pakt eingebettet war (Frank Umbach). Als Kind des Kalten Krieges hatte die DDR-Armee ein klares Freund-Feind-Bild vor Augen (Udo Baron). Offen ist, wie weit dieses bis heute die ehemaligen DDR-Bürger prägt. Die Verzahnung mit der Sowjetunion wurde letztlich den bewaffneten Organen zum Verhängnis, als sich der Wind in Moskau drehte und der Anführer der staatskommunistischen Welt, Sergej Gorbatschow, weitgehend letztlich auf Gewaltverzicht, Abrüstung und Defensivstrategie setzte (Heiner Bröckermann). Während der Ostblock und die DDR vorher durch eine Offensive auf Westterritorium orientierten, sollte ein eventueller Angriff nun auf dem eigenen Territorium abgewehrt werden. Leider ist nicht erforscht, was dies bei den Offizieren der NVA auslöste, dass dann ein Krieg vor Ihrer Haustür ausgefochten worden wäre. Vielleicht hat das auch zu ihrer Lustlosigkeit beigetragen, die DDR 1989 mit Waffengewalt zu verteidigen.
Weitere Beiträge geben einen Einblick in einzelne bewaffnete Institutionen wie die Grenztruppen (Gerhard Sälter)??? und das Wachregiment der Stasi (Peter Joachim Lapp). Ein Vergleich mit analogen Institutionen der Bundesrepublik, z. B. der Bundespolizei (ehemals u. a. Bundesgrenzschutz) wäre lehrreich. Keine vergleichbare Institution - vielleicht abgesehen von der freiwilligen Polizeireserve - gab es für die Kampfgruppen der DDR, die von der SED als Lehre aus dem Volksaufstand 1953 aufgebaut wurden. Sie zeigen besonders, wie Ideologie und Militarisierung Hand in Hand gingen (Tilmann Siebeneichner). Dies wurde bereits im vormilitärischen Bereich wie den Schulen deutlich (Steffi Lehmann). Aber auch in ihrer Freizeit sollten Jugendliche insbesondere in der Gesellschaft für Sport und Technik ideologisch und fachlich an das Militärische herangeführt werden (Ringo Wagner). Es bleibt die Frage, welche Auswirkungen die Vermischung von Militär- und Friedensideologie bis heute zeitigt.
Ein Filmfund von einer Übung der Polizeibereitschaften von 1989 zeigt, dass diese im Prinzip mit neuer Ausrüstung und Taktik auf Massenproteste eingerichtet waren (Christian Booß).
Strukturen, Personal, Finanzen und Zahlen der bewaffneten Organe waren bis zur Friedlichen Revolution Geheimsache. Heute liegen diese Informationen im Prinzip offen in den Archiven und sind zu großen Teilen aufbereitet. Dies gilt aber weniger für Themen wie Subkultur und Lebenswirklichkeit sowie für Spezialfragen zu den bewaffneten Organen. Erfreulicherweise lässt uns Udo Grashoff an den ersten Erkenntnissen des Forschungsprojektes zur EK-Bewegung (der Entlassungskandidaten der NVA) teilhaben, die auch den Sadismus gegenüber jüngeren Rekruten betreffen. Klaus Storkmann geht der Frage nach, wie es homosexuellen Männern in der NVA erging, auch nachdem der berüchtigte Paragraph 175 in der DDR abgeschafft war. Rüdiger Wenzke befasst sich mit Militärstrafen. Einen Versuch, Fakten zur militärischen Abwehr zu rekonstruieren, deren Akten in der „Wendezeit“ vernichtet wurden, unternimmt Henrik Schulze. Johannes Mühle beschreibt den wichtigen Komplex der Mobilisierungsplanungen.
Bekannterweise gab es auch Gegenwehr gegen das Primat des Militärischen. Die Friedensbewegung ist in gewisser Hinsicht der Ursprung der Emanzipationsbewegungen des Herbstes 1989 (Rainer Eckert). Eine der bekanntesten Gruppen waren die „Frauen für den Frieden“ (Almut Ilsen).
„Die Freunde“ war eine beschönigende Formulierung für die sowjetischen Besatzer, die - nachdem sie Hitlers Armee zurückgeschlagen hatten, in der Ostzone geblieben waren. Sie nahmen ihr Hauptquartier im heutigen Brandenburg in Wünsdorf, einer ehemaligen Reichswehreinrichtung (Hans-Albert Hoffmann). Schon unter Gorbatschow zeichnete sich die Reduzierung der Truppen ab; unter seinem Nachfolger Boris Jelzin wurde ihr Abzug 1994 besiegelt. Für viele Offiziere der Westgruppe dürfte das eine herbe Niederlage gewesen sein, die zudem mit Status- und Konsumverzicht einherging. Einige von ihnen versuchten, durch Schwarzhandel die drohenden Verluste zu kompensieren. Und es gehört nicht viel Phantasie dazu anzunehmen, dass auch der Rückzug aus der DDR beim Putschversuch gegen Gorbatschow 1991 eine Rolle spielte, an dem selbst der sowjetische Verteidigungsminister beteiligt war. Und auch der Putinismus stützt sich vor allem auf die bewaffneten Organe Russlands, deren Mitglieder oft noch ihre Karriere in der Sowjetunion begannen. Doch an die Möglichkeit eines erneuten Totalitarismus’ dachten in der „Gorbi“-Euphorie von 1989/90 nur wenige. Eine Ausnahme war der damalige Sicherheitsexperte Henry Kissinger, der schon damals fragte: Was ist eigentlich, wenn Gorbatschow nicht mehr an der Macht ist?
Dieser Schwerpunkt wurde bearbeitet von Uta Gerlant und Michael Kubaczki (Redaktion), Matthias Sengewald (Webdesign), Kathrin Kosak (Cover), denen wir für die gute Zusammenarbeit danken. Dies gilt auch für Dr. Rüdiger Wenzke, der uns in fachlichen Fragen beriet.
Zwickau/Berlin
Martin Boettger und Christian Booss, Herausgeber
[1] Foucault, Michel: Überwachen und Strafen, Frankfurt|Main 1976, S. 173ff.