Die „Russen“ und die Kleinstadtmafia in Landstadt in den Umbruchzeiten.

Eine halbfiktionale Geschichte[1]

von Christian Booß[2]

„Das ist ja mein Auto!“ schrie der Dicke, der auf Zehenspitzen balancierend durch den Zaun und die Büsche auf das Fluggelände lugte. Ein roter PKW wurde gerade durch die offene Klappe in ein Großraumflugzeug gefahren. Die Antonow, eines der größten Flugzeuge seiner Art, befand sich auf keinem gewöhnlichen Flughafen, sondern auf dem wichtigsten Flugplatz der damaligen sowjetischen Westgruppe in der DDR. Hier war eine Fliegerelite stationiert gewesen, die immer in Bereitschaft war und in wenigen Minuten in der Lage sein sollte, einen westlichen Angriff gegen das Sowjetreich abzuwehren.

Man schrieb 1993 und es war klar, dass die Soldaten bald das Feld würden räumen müssen. Überall wurde eingepackt und die Habseligkeiten wurden in Container gefüllt, welche die Bahn in die Sowjetunion bringen sollte. Insbesondere die Offiziere waren sauer, denn in der DDR hatten sie verhältnismäßig gut gelebt. Daheim in der chaotischen Umbruchzeit unter Boris Jelzin drohte der Abstieg. Also wurde vorgesorgt. Der Platz vor der Antonow war mit weiteren Autos vollgestellt - alles Gebrauchtwagen, die offenkundig nicht immer rechtmäßig den Besitzer gewechselt hatten. „Meinen Ford haben sie mir vor drei Wochen gestohlen“, keuchte der Dicke. „Die Polizei hat nichts gemacht und die macht sicher auch jetzt nichts.“ Damit sollte er recht behalten. Also wandte er sich an mich, den Journalisten. „Das muss aufgedeckt werden, das ist eine ganz große Sauerei!“ Dem konnte ich nur zustimmen, aber wo anfangen? Das Gelände war nach wie vor exterritorial. Im Prinzip konnten nur die Soldaten dort jemanden festnehmen, nicht aber die deutsche Polizei. Bei der war nichts zu holen. „Das ist nicht unser Bier“, hieß es dort.

Ein Tipp von einem Kollegen vor Ort, der keinesfalls genannt werden wollte, führte mich in eine Kneipe, die von Angehörigen der lokalen Halbwelt frequentiert wurde. Die waren immer gut informiert, wenn irgendwo „was lief“. Mein Kollege selber wohnte inkognito bei einer Freundin im abgedunkelten Zimmer, das er nicht mehr verließ, seitdem er eine Reportage über die Kleinstadtmafia geschrieben hatte und prompt telefonisch bedroht worden war. Vorsicht war also geboten.

Viel war im „Roten Engel“ nicht los, nur ein Mittfünfziger hing ziemlich angeschlagen am Tresen. Ich spendierte ihm zwei Molle mit Korn, und der Typ fing wirklich an zu reden. "Wenn das rausgommt, gibt es Dodte". Diesen Satz hatte Elsner, wie er sich vorstellte, jetzt schon mindestens dreimal in seinem breiten Fränkisch wiederholt - dank seines Alkolholspiegels war nicht mehr klar, ob das Genuschel auf die Getränke oder seine Herkunft zurückzuführen war. "Elsner, Doktor, Rechtsanwalt," hatte er genuschelt, "aus guter fränkischer Familie, gestrandet in Landstadt."

Elsner war, so erzählte er, als Aufbauhelfer für die Kommunalverwaltung hierher gekommen. "Aber die meisten wollten meine Hilfe gar nicht. Hintenrum sabotierten sie meine Anordnungen und hetzten über meine angebliche Unfähigkeit." Nach einem Jahr warf er das Handtuch und ließ sich als Rechtsanwalt nieder. Die Gelegenheit im Osten schien günstig. Mit der Reputation des unbelasteten Westanwaltes nebst Verwaltungserfahrung schien er konkurrenzlos. Allerdings waren die Fälle, die er bekam, zunächst nicht einträglich. "Das änderte sich erst, als ich Enno kennenlernte", sagte Elsner, nicht ohne beim Wort "Enno" die Stimme abzusenken und vorher einen Kontrollblick durch das menschenleere Lokal schweifen zu lassen. „Enno?“ fragte ich, noch in der Hoffnung, das Gespräch in absehbarer Zeit auf den Punkt zu bringen. "Nicht gleich", belehrte mich Elsner unwirsch. "Das erste Mal kam er mit einer harmlosen Verkehrssache zu mir." Dann lud er "den Doktor aus dem Westen", wie er mich immer nannte, ein, mal sein Fitnessstudio zu besuchen. Da sei immer was los. "Der Doktor" sei doch allein, vielleicht könne er dabei den einen oder anderen Klienten gewinnen. Enno hatte nicht Klienten, sondern "Kunden" gesagt, was in Ostdeutschland eine doppeldeutige und durchaus nicht immer wertschätzende Bedeutung hatte. Und "Mädels", hatte Enno hinterhergeschoben, gäbe es da auch. Statt alle Warnsignale einzuschalten, hatten der Fluch der Einsamkeit und die Aussicht auf nutzbringende Kontakte Elsner unvorsichtig werden lassen. Statt ins nicht ferne Berlin fuhr er jetzt also jeden Freitag ins Fitnessstudio.

"Ennos Studio" stand mit Neobuchstaben auf den Backsteinwänden der Fabrikhalle, die Enno günstig von der Treuhand erst gepachtet und dann gekauft hatte. Der Besitzer im Hawaishirt und mit blonder Miniplifrisur war der Typ, der immer im Trend lag, im Grunde genommen sogar immer anderen einen halben Schritt voraus war. Zu FDJ-Zeiten noch hatte er Tanztreffs organisiert, natürlich mit mehr als 40 Prozent Westtiteln. Aber sein eigentlicher Fundus waren die Bekanntschaften aus der Vergangenheit.

Nach und nach lernte Elsner Ennos alte Clique kennen, die jetzt natürlich auch im Fitnessclub verkehrte: Willy, der West-Jeans von afrikanischen Studenten besorgt hatte, die ohne größere Formalitäten die Grenze nach Westberlin in beide Richtungen passieren konnten. Castro, der einen Draht zu den Russen hatte, die Billigschnaps aus ihren Läden gern gegen Strumpfhosen und Ähnliches eingetauscht hatten. Enno selbst hatte die Wende im HO-Großhandel erlebt, eine Stellung, die es ihm erlaubt hatte, seine Talente weiterzuentwickeln. "Wir wussten schon lange vor der Wende, wie man seine Mark macht." Bald trieb er selbstständig Handel, holte Bananen über die offene Grenze, die es mangels Verkaufsstellen in entlegeneren Regionen noch nicht gab und die vom Wagen runter verhökert wurden. Dafür brachte er Schweinehälften nach Westberlin, die es angesichts des zu erwartenden Zusammenbruchs des DDR-Fleischmarktes vor der Währungsunion zu Ramschpreisen gab. Im Westen fanden sie ihre diskreten Abnehmer. Enno hatte bald das Startkapital für seinen persönlichen Aufschwung Ost zusammen.

Ennos Freunde waren, als Elsner sie kennenlernte, ein legerer Haufen. Mit Mitte bis Ende dreißig legten sie los, als die übrigen DDR-Bürger noch hofften, durch Tarifangleichung an ihrem alten Arbeitsplatz mit der D-Mark problemlos ins Konsumparadies zu kommen. Ennos Kumpel hatten da schon ihre Marktlücken entdeckt. Elsner hielt seine neuen Bekannten anfangs für die "gommende Middelschicht". "Das waren Leute, die was bewegten und nicht aufs Arbeitsamt gingen." Der Umgang mit ihnen ließ sie für Elsner in gutem Licht erscheinen. Und schließlich profitierte er von den neuen Bekanntschaften. Willy brauchte ihn, wenn er als Versicherungsagent Ärger mit der Allianz hatte. Die hatte ihm indirekt vorgeworfen, unseriöse Kunden zu werben. Erwerber von Mittelklasse- und Luxuslimousinen, die sich bei Willy versichert - Vollkasko versteht sich - hatten, meldeten bald darauf ihr Fahrzeug als gestohlen. Nicht, dass sie Willy etwas vorwerfen konnte, aber statistisch fand die Allianz diese Häufung von Schadensfällen befremdlich. "Die ham doch nüscht gegen mich in der Hand", meinte Willy und Enno riet ihm, dass Elsner denen im Westen mal einen deutlichen Brief schreiben solle, "natürlich ganz seriös." Elsner sah sich schon als Anwalt der Ossis. Doch dann kam die Geschichte mit Siggy. Enno erzählte Elsner, sein früherer Kumpel Siggy habe finanzielle Schwierigkeiten. "Ein feiner Kerl, ich würd’ ihm gern helfen, aber ich will ihn nicht kränken." Elsner bekam den Auftrag, Siggy monatlich 1.500 DM in bar von Enno zukommen zu lassen, "aber ohne Absender". Elsner war fast gerührt, eine solch noble Geste hatte er dem Betreiber der Muckibude nicht zugetraut. Ein wenig wunderte ihn Siggys Reaktion, einem pickeligen, eigentlich wenig einnehmenden dicklichen Cabrio-Fahrer. Das Auto war eine Nummer zu groß für einen, dem es angeblich schlecht ging, und das Lächeln, mit dem Siggy - ohne sich sonderlich zu wundern - die drei Scheine entgegennahm, wirkte eher hämisch als dankbar.

Dann hatte Castro, der jetzt einen Autohandel betrieb, Ärger, war in eine Schlägerei geraten. "Nichts Ernstes, Doktor", hatte Enno versichert. Es sah allerdings nicht gerade günstig für Castro aus. Der hatte M., der jetzt im neuen Einkaufszentrum eine miserabel laufende Boutique betrieb, Geld geborgt. 10.000 DM an den Büchern vorbei. Doch M. zahlte weder die Zinsen noch die fälligen Raten. Castro war ihm daraufhin mit zwei Bekannten auf die Bude gerückt. Irgendjemand aus einem Nachbarladen, der das Ganze für einen Raubüberfall hielt, alarmierte die Polizei. Nun standen alle vier vor Gericht.  "Doktor, können sie dem M. nicht mal ein Angebot machen", hatte Castor vorgeschlagen. Elsner war entsetzt: "Wir sind doch hier nicht bei der Mafia", dachte er bei sich.

Elsners Ansehen im Fitnessclub stieg seit diesen anwaltlichen Hilfsdiensten. Er galt zunehmend als Mädchen für alles. Dann wurde er Wladimir vorgestellt, den die meisten schlicht „den Russen“ nannten. Wladimir war bei den russischen Truppen, die sich noch in dem beachtlichen Kasernenareal am Rande von Landstadt aufhielten. Wladimir wollte bleiben, nicht zurück ins Ungewisse, wollte irgendwas in der Gastronomie machen. Um bleiben zu können, wollte Wladimir heiraten, der Doktor sollte das klarmachen. Ein wenig wunderte der sich, als er die Dame des Herzens einmal zu Gesicht bekam. Reichlich verlebt statt verliebt, eher der Typ, der schon für ein 6er-Pack zu haben war.

Elsner wirkte jetzt schon reichlich besoffen. Der Redefluss wurde jedoch keineswegs stockender, sondern wirkte wie die Kommentierung eines Films, der zu schnell lief.

"Alles änderte sich, als dieser Bericht im Fernsehen kam." Vollkommen reißerisch hatte das Magazin die Russenmafia in Ostdeutschland angeprangert. Autos würden im großen Stil gestohlen und direkt von Landstadt aus nach Russland geschafft.

Aufgeregte Einwohner des Ortes behaupteten, man könne hier seinen Wagen nicht mehr auf der Straße parken. „Der Zeuge sah zwar eher so aus, als ob er einen alten DDR-Wartburg fahren würde, aber sie wissen ja, wie diese Sensationsjournalisten arbeiten, wie sie alles zusammenquirlen." Ein Moskauer Journalist deutete in einem Interview auch noch an, der Kommandeur des russischen Flugplatzes sei kürzlich bei einem Übungsflug abgestürzt, weil er sich der Russenmafia widersetzt hätte. Die Krone hatte dem Ganzen ein Experte vom BKA aufgesetzt, der behauptete, die Russen könnten das nicht allein machen, sondern hätten wohl deutsche Hintermänner im Autohandel. Ein Vertreter der Allianz, es war derselbe, den Elsner schon aus dem Schriftverkehr in Sachen Willy kannte, behauptete gar, die Autos würden auf Bestellung geklaut, wobei seine Versicherung "Beweise" hätte, dass Deutsche die Daten von Neukäufen an „die Russen“ weiterleiteten und somit den PKW-Nachschub organisierten.

"Ein sensationslüsternes Tamtam war das“, erregte sich Elsner. Sicher, die Zahl der Autodiebstähle war auch für ihn auffällig gestiegen. Unter den Beklauten waren zahlreiche Freunde von Enno, was Elsner zunächst auf ihre Vorliebe für West-Autos zurückführte. Manche Wagen wurden sogar vor dem Kasernengelände am Bahnhof vermarktet, ein richtiger Gebrauchtwagenmarkt war da entstanden - für die geringerwertigen Autos, die keinen Platz in den Antonows fanden. Auch Waren aus den russischen Militärläden auf dem an sich abgesperrten Gelände – die Ostdeutschen nannten sie „Magazin“ - waren für wenig Geld erhältlich. Jedermann konnte beobachten, wie die Reichsbahnlokomotive, die Container ins und aus dem Gelände zog, am Eingang kurz hielt, wo dann Geld und Waren schnell den Besitzer wechselten. Natürlich waren auch Militaria wie die bei Touristen begehrten „Russenmützen“ im Angebot, hintenherum auch Waffen bis hin zu solchen Panzerfäusten, mit denen Enno seinen Gläubigern eine Abrechnung verpasste.

Doch auch an diesem Schwarzmarkt fuhr, wenn alles ruhig blieb, die Polizeistreife nur vorbei. "Der Stolpe, der hat doch so’n Russenfimmel", meinte Elsner, nun leicht schwankend, "die große Versöhnung: Friede, Freude, Eierkuchen." Verärgert über die Klischees der Fernsehleute hatte Elsner - es war Freitagabend, als die Reportage gesendet wurde - den Weg zu "Ennos Studio" angetreten. "Willkommen bei der Mafia," umarmte ihn Willy und drückte ihm gleichzeitig einen Prosecco in die Hand. "Ärgerlich das Ganze", murmelte Elsner. "Na, so schlecht war’s nun auch wieder nicht", fiel in bester Laune Castro ein, "immerhin was, dass man später seinen Enkeln zeigen kann, auf das man stolz sein kann, wenn alles etwas ruhiger geworden ist."

Elsner war inzwischen ziemlich fertig. Glasigen Blickes versuchte er mich mit seinem Finger aufzuspießen. "Was sagen sie dazu? Wenn das jemand erfährt, gibts Dodte!" Und wiederholte, nachdem er meinen etwas staunend-ungläubigen Blick aufgefangen hatte: "Dann gibts Dodte". Darauf versicherte er mir in einem quasi philosophischem, aber nicht wiederholbaren Exkurs, dass es in diesem Moment vor zwei Jahren eigentlich nur zwei Wege gegeben habe: Sofort zurück in den Westen oder bleiben. „Ich stamme schließlich aus gutem Hause. Ich wollte für den Osten doch nur das Beste!" Er sagte wirklich "nur das Beste". "Was hatte ich mit diesem Haufen von Ganoven zu tun?“ Ja, Ganoven, das waren sie. Wie Schuppen fiel es mir von den Augen. Der Castro, der seinen Kunden - teilweise alten Kumpels aus der Clique von damals - die Autos verkaufte und Willy, der sie versicherte und dann waren da Leute wie Siggy, die sie auf Bestellung klauten und Wladimir, der die Kontakte mit den Russen machte und im Schwarzhandel seine Provisionen kassierte. Alles passte zusammen wie ein Puzzle. Und über allem schwebte Enno wie der Kleinstadtpate.

"Nach diesem denkwürdigen Abend änderte sich alles." Er galt nun als der Eingeweihte. Er kam sich zunehmend vor wie der Consigliere im Paten. Er wurde um Rat gefragt, wie weit man gehen konnte, um Geliehenes wieder einzutreiben. Enno benutzte einen Termin in seiner Kanzlei sogar als Alibi, während zwei seiner Kumpels Armando, einem zahlungsunwilligen Kneipier, einen Denkzettel verpassten. „Horst hat bei den Russen ein paar Panzerfäuste besorgt. Damit jagen sie Armandos BMW und seine Guzzi hoch.“ Elsner hielt plötzlich inne, starrte einen Moment vor sich hin. "Wenn das rauskommt, wird es weitere Dodte geben." „Warum sind sie denn nicht zur Polizei gegangen?" Elsner schwankte offenbar einen Moment, ob er das Gespräch wegen dieser so offenkundig inkompetenten Frage abbrechen sollte, dann fuhr er, der an diesem Abend offenbar seinen letzten Rest an Entschlusskraft zur Beichte aufgebracht hatte, fort: "Die Polizei ist doch Teil des Systems." Die einen bekamen ab und zu gratis Anabolika im Fitnessstudio, die anderen kannte man vom Nahkampftraining. Puschkin, ein bezopfter Kollege von Wladimir, trainierte sie im Polizeisportverein. "Ein ehemaliger KGBist, der eine oder andere Polizist war damals sein Spitzel. Alles, was bei den Bullen läuft, ist für Enno eigentlich kein Geheimnis. Ab und zu verpfeift Enno ein Ding seiner Konkurrenten. Die Polizei braucht ja auch Erfolge. Dafür sehen die dann bei Enno oft genug weg. Ennos Bullen, wenn Sie so wollen.“

"Jetzt wollen die mich an den Arsch kriegen, weil ich das alles weiß", lallte er weinerlich.

Nach den Stunden, die wir gemeinsam am Tresen verbracht hatten, brauchte er den Gedanken nicht mehr zu Ende zu führen. Und während ich noch versuchte, mir darüber klar zu werden, ob ich es hier mit einer alkoholbedingten Paranoia oder einfach mit einem armen Schwein zu tun hatte, das nur in der Einsamkeit Ost in falsche Gesellschaft geraten war, stützte er sich plötzlich auf und stemmte sich hoch: "C`est la vie. "Am besten, sie vergessen das Ganze", drehte sich um, donnerte 150 DM auf den Tresen und verschwand durch die Doppeltür in den Nebel von Landstadt.

"Kennen sie den?" fragte ich den Wirt, der lakonisch das Geld einsteckte. “Klar, den Elsner kennt hier jeder, so ein Wessi. Der sitzt hier jeden Abend und erzählt wirre Geschichten. Manchmal muss ich Enno anrufen. Der holt ihn dann ab, damit die Bullen den nicht an den Kragen kriegen. Guter Typ übrigens dieser Enno, der hat mir früher mal sehr geholfen, als ich noch mit Autos gehandelt habe, so kurz nach der Wende. Sollten sie unbedingt mal kennenlernen, diesen Enno.”


[1] Die meisten Episoden entstammen Recherchen; manches war nicht nachprüfbar und wurde daher halbfiktional ergänzt. Insgesamt dürfte die Geschichte jedoch zutreffen.

[2] Christian Booß ist promovierter Historiker und Journalist. In den Jahren ab 1988 war er für den Rundfunk, später für das Fernsehen in Ostdeutschland unterwegs.